Published on :
Februar 5, 2026
By :
Karin Seibl
Neurofeedback Wirkung im Gehirn

Neurofeedback - Was sagt die Forschung?
Neurofeedback wird häufig im therapeutischen Kontext eingesetzt. Doch unabhängig von konkreten Diagnosen stellt sich eine grundlegende Frage: Was verändert Neurofeedback eigentlich im Gehirn selbst?
Eine aktuelle neurowissenschaftliche Studie untersuchte genau diesen Punkt und analysierte, wie sich Neurofeedback auf die funktionelle Vernetzung verschiedener Gehirnregionen auswirkt. Der Fokus lag nicht auf Symptomen, sondern auf den zugrunde liegenden Regulationsnetzwerken des Gehirns.
Der Unterschied: Gehirnfunktion statt Therapie
Während Neurofeedback in der Praxis zur Unterstützung bei Stress, Übererregung oder Traumafolgen eingesetzt wird, untersuchte diese Studie einen anderen Aspekt:
Wie verändert Neurofeedback die Zusammenarbeit von Gehirnnetzwerken?
Damit rückt der neurophysiologische Wirkmechanismus in den Mittelpunkt – also die Frage, welche Netzwerke für Selbstregulation und Kontrolle durch Neurofeedback beeinflusst werden.
Welche Gehirnbereiche wurden verändert?
Die Forschenden fanden messbare Veränderungen in Netzwerken, die für zentrale Regulationsfunktionen verantwortlich sind:
Selbstwahrnehmung und innere Stabilität
Betroffen waren Regionen im posterioren cingulären Cortex und im Precuneus. Diese Areale gehören zu Netzwerken, die mit Selbstwahrnehmung, innerer Orientierung und der Integration von Erfahrungen zusammenhängen.
Kognitive Kontrolle und Steuerung
Es zeigte sich eine stärkere Vernetzung mit dem rechten dorsolateralen präfrontalen Cortex – einem Bereich, der eine wichtige Rolle bei Selbststeuerung, Planung, Aufmerksamkeit und Emotionsregulation spielt.
Integration von Sinneseindrücken
Auch parietale und okzipitale Bereiche waren beteiligt. Diese Regionen helfen dabei, äußere Informationen mit inneren Zuständen zu verknüpfen.
Zusammen deuten diese Veränderungen darauf hin, dass Neurofeedback stärkt Netzwerke für die Selbstregulation des Gehirns.
Warum ist das bedeutsam?
Das Gehirn arbeitet nicht isoliert in einzelnen Regionen, sondern in vernetzten Systemen. Schwierigkeiten wie innere Unruhe, Stressüberlastung oder Überreaktionen hängen oft mit einer Dysbalance zwischen Regulationsnetzwerken zusammen.
Die Studie zeigt, dass Neurofeedback genau diese Netzwerke beeinflussen kann – insbesondere solche, die beteiligt sind an:
- innerer Stabilität
- Selbstwahrnehmung
- Aufmerksamkeit
- Kontrolle über emotionale Reaktionen
Damit liefert die Forschung Hinweise darauf, wie Neurofeedback zur Förderung neuronaler Selbstregulation beitragen kann.
Kombination verschiedener Frequenzen als Schlüssel
Ein wichtiges Ergebnis war, dass die deutlichsten Veränderungen dann auftraten, wenn zwei Signalarten kombiniert wurden:
- klassische EEG-Frequenzen
- sehr langsame Hirnaktivität im sogenannten Infra-Low-Frequency-Bereich
Diese Kombination scheint besonders geeignet zu sein, grossflächige Regulationsnetzwerke im Gehirn anzusprechen.
Fazit: Neurofeedback Wirkung im Gehirn ist messbar
Die Ergebnisse zeigen, dass Neurofeedback nicht nur subjektive Effekte hat, sondern mit objektiv messbaren Veränderungen der Gehirnvernetzung verbunden ist. Besonders betroffen sind Netzwerke, die für Selbstregulation, Kontrolle und innere Stabilität eine zentrale Rolle spielen.
Damit wird verständlich, warum Neurofeedback als Methode zur Unterstützung der neuronalen Selbstregulation eingesetzt wird: Es wirkt auf der Ebene der funktionellen Gehirnnetzwerke, die unsere Reaktionen, Wahrnehmung und innere Balance mitsteuern.
Mehr Infos: Studie
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